der letzten Destination meiner Reise. Nun folgt mein letzter Bericht aus der Hauptstadt Schwedens, der grössten Stadt im grössten Land in Skandinavien. Allein 80 Museen und Attraktionen könnte man hier besichtigen. Dafuer wird mir bestimmt die Zeit fehlen. So werde ich - wie immer - nur die Rosinen heraus picken und ein anderes Mal wiederkommen, um den Rest anzusehen...
Nach meinem letzten Bericht habe ich das schlechte Wetter genutzt und habe die Museen meines Interesses besucht. Fuer dieses Unterfangen habe ich mir den Oslopass zugelegt. Das ist eine Karte, welche fuer eine bestimmte Zeit Zugang zu allen Museen und freie Fahrt mit dem öffentlichen Verkehrssystem beinhaltet. Man muss eine gewisse Anzahlt Fahrten machen und einige Attraktionen besichtigen, damit die Karte rentiert. Locker geschafft...
Zuerst fuhr ich per Schiff auf die Museumsinsel Bygdoy, wo der König einen Sommersitz hat. Hier sind einige sehr interessante Museen anzutreffen. Als erstes besuchte ich das Wikingerschiffmuseum. Hauptattraktionen sind hier in erster Linie drei Wikinkerschiffe.
Falls ein Wikinger hohen Ranges oder dessen Frau nach Walhalla gingen, also starben, beerdigte man Ihn/Sie auf seinem Schiff (samt allem brauchbaren wie Pferden, Diener, Gold, etc) und vergrub alles in der Erde. Das ergab dann einen Grabhuegel in Schiffform (siehe auch Eintrag vom 10.08.2010). Leider wurden im Mittelalter die meisten Graeber geschaendet und die wertvollsten Gegenstände entnommen.
In einigen Gräbern konnten aber, dank guter Konservierung, andere Beigaben und vorallem die Schiffe in guter Qualität bei Ausgrabungen entnommen werden. Drei der besterhaltenen Schiffe wurden nach Ihren Fundorten benannt und in diesem Museum ausgestellt. Im nächsten Bild ist die "Oseberg", ein Vergnuegungsschiff, zu sehen.
Als nächstes, auch auf der Insel Bygdoy gelegen, besuchte ich das Kontiki-Museum. Hier werden die Expeditionen von Thor Heyerdahl, einem beruehmter norwegischen Ethnologe, Abenteurer und Wissenschaftler dokumentiert. Alle Geschichte zu erzählen, wuerde hier den Rahmen sprengen. Deshalb die Stichwoerter: Kon-Tiki, Ra1, Ra2, Tigris, Rapa Nui, Polynesien.
In diesem Museum werden einige Originalschiffe, Skizzen und Videos gezeigt und die Zusammenhänge zwischen der Alten und Neuen Welt thematisiert.
Im nächsten Bild ist die Ra 2 aus Papyrus zu sehen, mit welcher er und sein Team 1970 den Atlantik ueberquert hatten.
Das naechste Bild zeigt das Floss Kon-Tiki, mit welcher Heyerdahl die Möglichkeit bewies, in der Präkolumbianischen Ära von Suedamerika nach Polynesien zu reisen.
Danach stand das Fram-Museum auf dem Programm. Genau neben dem Kon-Tiki Museum gelegen, war dieses trockenen Fusses erreichbar. Die Attraktion hier ist die Fram, das jenige Holzschiff, welches am meisten in noerdliche und suedliche Gewaesser vorgedrungen war. Ein gigantisches Schiff mit einer Wasserverdrängung von 800 Tonnen, welches von Nansen in Auftrag gegeben wurde und später auch von Sverdrup sowie Amunsen fuer Ihre Expeditionen benutzt wurde.
Wir trafen uns im Scottsman, ein beruehmter Pub in mitten der Flaniermeile. Danach besuchten wir das "The Bohemian", der offizielle Pub der Supporter von Valerenga, dem Fussballklub Nummer eins der Stadt.
Anschliessend wollte Lasse mir das Herz von Valerenga zeigen, ein Wirtshaus im gleichnamigen Quartier. Auf dem Weg dorthin fuhren wir am National- und gleichzeitig Heimstation von Valerenga vorbei, passierten das Trainingsgelände und genehmigten uns einen Pint in einem alten Osloer Multi-Kulti Quartier namens Gronland.
An diesem Abend war ja auch das Testländerspiel Norwegen - Frankreich, welches wir dann im Herzen von Valerenga mit einem Auge mitverfolgten. Die Stimmung war dem Spielverlauf entsprechend...
Darauf stand ein Sightseeing zu Fuss und "By Night" auf dem Programm. Auf dem Weg ins Trendquartier Gruenerlokka passierten wir auch das Hockeystadion von Valerenga und das Munchmuseum. Den Abend liessen wir in einem Inlokal, welches auch an einem Wochentag voll ist, ausklingen. Fuer einmal war ich in Oslo wohl der einzige Tourist, genau nach meinem Geschmack. Dank meinem Osloguide habe ich Oslo von einer Seite gesehen, welche ich sonst nicht erlebt hätte.
Tusen takk Lasse for moroa og pedagogiske kveld!!!
Am folgenden Tag war das Wetter dann etwas besser und ich konnte Das Sightseeing "By Day" weiterfuehren. Als erstes, da nahe an meinem Camp gelegen, besuchte ich den Holmenkollen. Die Skisprungschanze wird im nächsten Jahr hoffentlich glueckbringender Ort fuer Simi, wenn die Nordischen Weltmeisterschaften anstehen. Hier war deshalb alles noch ein wenig im Umbau. Die Aussicht vom Turm war aber trotzdem atemberaubend. Man sieht Oslo mit Fjord und hinauf bis zur Normarka, dem Wald- und Seengebiet von Oslo. Der Schanze angegliedert ist ausserdem das Skimuseum.
Als nächstes stand der Königspalast auf dem Programm. Die Residenz des Königs ist nur beflaggt, wenn er zu Hause ist. Zudem patroulliert die Garde in Synchronschritt. Aber seht selbst...
Danach besuchte ich das Kulturhistorische Museum. Hier kann man die Geschichte Norwegens anhand Gegenständen von anbeginn bis heute nachvollziehen. Ausserdem sind hier ein Wikingerschatz, der besterhalte Helm und Grabbeigaben zu bewundern.
Am selben Abend bekam ich vor meiner Huette besuch von einem Igel und einem Fuchs, beide etwa auf zwei Meter. Die Elchsaffari fuer 350 Euro (!!!) war mir dann aber definitiv zu teuer...

Am nächsten Tag verliess ich Oslo und schon bald war ich wieder in Schweden. Ich schlug den Weg richtung Göteborg ein. Mir fehlte ja noch ein Länderpunkt und da war am Sonntag ein vielversprechendes Spiel in Göteborg...
Im nächsten bild, ganz rechts, Hakan Hellström. Gemäss Konzertbesuchern kennen ihn 100% der Schweden...

Tags darauf war dann wieder Fussball Trumpf. Diesmal rechtzeitig vor Ort fand ich Zeit, die ganze Umgebung auszukundschaften. So fand ich heraus, das das Spiel im etwas kleineren (17000 Fans) Stadion "Gammla Ullevi" ausgetragen wird, da das grosse nebenan (43250 Fans) nur bei Lokalderbys, z.B. gegen GAIS oder fuer Meisterschaften geöffnet wird.

Im folgende Bild das groessere Mehrzweckstadion "Nya Ullevi". Bei Konzerten finden hier sogar 59000 Personen platz. Es ist das groesste Stadion in Schweden.
Bevor das Spiel begann, beobachtete ich den Einzug der Gästefans des Leaders, welche mit Fanfaren und Gesang eine Machtdemonstration auffuehrten. Mein Platz war wie immer in der Heimkurve, die dann auch das ganze Spiel ueber den Takt angab. Die Heimfans, praktisch der gesamte Oberrang machte Stimmung und erzeugten bei mir mehrmals Gänsehaut, was selten vorkommt! Die einigen hundert Hellsinngborgsfans machten ordentlich Stimmung, waren aber gegen die heimische Uebermacht chancenlos. Supportmässig sicher das beste Spiel bisher.
Am nächsten Tag verliess ich Oslo und schon bald war ich wieder in Schweden. Ich schlug den Weg richtung Göteborg ein. Mir fehlte ja noch ein Länderpunkt und da war am Sonntag ein vielversprechendes Spiel in Göteborg...
Ich uebernachtete unterwegs in einer Huette und erreichte Göteborg am nächsten Tag. Eine tolle Stadt. Wie es der Zufall so will, war an diesem Wochenende einiges los. Nebst dem Heimspiel von IFK Göteborg gegen IF Helsingborgs (aktueller Leader der Allsvenskan) und dem Stadtfest, war das grosse "Way out West" Urban Festival mit drei Buehnen im Slottskogen angesagt. Fuer mich natuerlich ein Muss...
Der heutige Headliner war mir bestens bekannt. "The Chemical Brothers" aus England und Pioniere des Big Beats. Die beiden waren das Eintrittsgeld schon alleine wert. Natuerlich besuchte ich auch noch andere Konzerte. So auch Talib Kweli, Pavement, Konono No1 und Hakan Hellström aka Polo Hofer Schwedens.
Auf dem ersten Bild ist Ed Simons von den Chemical Brothers zu sehen.
Auf dem ersten Bild ist Ed Simons von den Chemical Brothers zu sehen.
Tags darauf war dann wieder Fussball Trumpf. Diesmal rechtzeitig vor Ort fand ich Zeit, die ganze Umgebung auszukundschaften. So fand ich heraus, das das Spiel im etwas kleineren (17000 Fans) Stadion "Gammla Ullevi" ausgetragen wird, da das grosse nebenan (43250 Fans) nur bei Lokalderbys, z.B. gegen GAIS oder fuer Meisterschaften geöffnet wird.
Im folgende Bild das groessere Mehrzweckstadion "Nya Ullevi". Bei Konzerten finden hier sogar 59000 Personen platz. Es ist das groesste Stadion in Schweden.
Auf dem Spielfeld sah es anders aus. Das Spiel ging hin und her. Die Chancenverteilung etwa 50:50. Nach zwei roten Karten (je eine) wurde das Spiel zusehends ruppiger. Am Ende trennten sich die Teams 0:0 unentschieden. Leider keine Tore in diesem Spiel. Aber man darf auch nicht immer sieben Tore erwarten. Mit dem zwölften Länderpunkt in der Tasche gings auch schon weiter richtung Stockholm.
Hier habe ich nach einer Uerbernachtung unterwegs, in einer Topvilla mit allem Schnickschnack, nun Camp auf einem etwas nördlicheren Platz, auf dem Weg zum Flughafen, aufgeschlagen. Somit muss ich dann am Abreisetag nicht durch den Morgenverkehr Stockholms...
Ich bewohne, zusammen mit einer norwegischen Profigolferin, eine Art Hostel mit gemeinsamem Bad und Kueche. Meiner Nachbarin habe ich alle restlichen Lebensmittel und Campingartikel geschenkt, welche ich wegen des Gepäcklimits nicht mit nach Hause nehmen kann. Es war sehr interessant, ein wenig ueber Golf zu diskutieren. Ich wuensche Ihr beim heutigen Turnierstart in Stockholm viel Glueck.
Heute steht ein kurzes Sightseeing auf dem Programm. Einige Souvenirs wollen gekauft sein und dann bereite ich alles fuer den morgigen Rueckflug vor.
Zuerst wird morgen der Mietwagen vollgetankt und mit rund 7000km mehr auf dem Buckel zurueckgegeben. Danke KNU187 fuer Deine Dienste, ich werde Dich vermissen. Danach wird eingechecked, das Taxfree Geld abgeholt und die letzten Kronen in der Businesslounge verprasst, bevor ich dann um 09.45 Uhr mit einer A320 Skandinavien verlasse und mit einem weinenden und lachenden Auge Goodbye sage.
Somit beende ich meine Berichterstattung aus Skandinavien und hoffe, Die eine oder Der andere haben gerne mitgelesen. Ich bedanke mich fuer die vielen Komplimente in den Kommentaren und die zahlreiche Leserschaft!
Hej do...